Direktsaat ABC - Tipps zu Direktsaat von Praktikern für Praktiker:

 

 

UNKRÄUTER / PROBLEMUNKRÄUTER

Beobachtungen/Erfahrungen

Die Zusammensetzung der (Problem-)Unkräuter ist von verschiedenen Faktoren abhängig:

- Betrieb/Vorgeschichte

- Betriebsleiter

- Anbausystem

 

Auf Direktsaat-Flächen tauchen selten unlösbare Unkrautprobleme auf.

 

Treten auf Direktsaat-Flächen Unkrautprobleme auf, ist dies meist eine Folge von Spritzfehlern (Wirkstoffe, Spritzzeitpunkt, Applikationstechnik). Beispiel: Raigras-Durchwuchs im Mais.

 

Einige Beispiele von Problemunkräutern, die auf Direktsaatflächen beobachtet werden:

-  Ackerkratzdisteln (Cirsium arvense L.)

-  Gänsedisteln (Sonchus arvensis L.)

-   Schachtelhalm (Equisetum sp.)

-   Quecke (Agropyron repens L.)

-   Weiche Trespe (Bromus mollis L.) (Einschleppung von den Rändern her)

-   Löwenzahn (Taraxacum officinale Web.)

-   Amarant (Amaranthus retroflexus L.), v.a. in Zuckerrüben und Mais (Bodenherbizide  wirken schlecht)

-    Hirsenarten, v.a. in Zuckerrüben und Mais (Bodenherbizide wirken schlecht)

-    Junge Sträucher und Bäume

-    Durchwuchs der Vorkulturen

Empfehlungen

Prävention:

  • Fruchtfolge: Wechsel zwischen Halm- und Blattfrüchten.

  • Verschleppung der Hirsen vermindern: Maschinen reinigen beim Wechsel der Parzellen, v.a. Zuckerrüben-Vollernter.

  • Trespen: Feldränder pflegen/kontrollieren, besonders entlang von Hecken/Grünstreifen, Bahnen und Strassen.

Direkte Bekämpfung:

  • Wenn Glyphosat gespritzt wird, dann erst kurz vor der Saat. So werden am meisten Unkräuter erfasst (v.a. Durchwuchs).

  • Zuckerrüben:
    Mit leicht erhöhter Wassermenge spritzen (300 lt/ha).
    Etwas längerer Zeitabstand zwischen 1. und 2. Split, dafür bei 2. Split Aufwandmenge erhöhen.

  • Die Regeln für Glyphosat-Spritzungen einhalten (Wassermenge, Zusatzstoffe, genügend entwickelte Pflanzenbestände).

Weiterführende Informationen:

  • Es hat sich gezeigt, dass in Direktsaatsystemen wegen den vielen Spritzschatten (Mulchschicht) vermehrt blattaktive Herbizide eingesetzt werden sollten.

  • Zudem sollte die Wahl der Wirkstoffe unbedingt an die veränderte Unkrautflora angepasst werden.

Siehe auch

HERBIZIDE, GLYPHOSAT

Quecke

 

Ackerkratzdistel

 

   SWISS NO-TILL,  28.02.2007