Direktsaat ABC - Tipps zu Direktsaat von Praktikern für Praktiker:

 

 

TROCKENHEIT

Beobachtungen/Erfahrungen

  • Direktsaaten können mehr Trockenheit aushalten. Wegen dem guten Wasserhaushalt reagieren die Pflanzen langsamer auf Trockenheit und vertragen diese besser. Sie sind toleranter.

  • Direktsaatfelder ertragen die Trockenheit länger, weil erstens eine Mulchschicht (Ernterückstände) den Boden abdeckt, dies ergibt weniger Verdunstung, und zweitens trocknet der Boden durch die fehlende Bearbeitung weniger aus.

  • Bereits in normalen Jahren kann dies in direktem Vergleich mit einer Nachbarparzelle verglichen werden.

  • Kulturen überdauern länger. Kunstwiesen sind länger schön. Vielleicht sollten Kunstwiesenanlagen auf umgestellten Böden tiefer gesät werden.

  • Bis jetzt wurde nur immer auf die Bodenoberfläche geschaut, und viel zu wenig, was im Boden geschieht.

  • Im Hitzesommer 2003 war offensichtlich, das Kunstwiesendirektsaaten sehr gut wuchsen, während Saaten, bei denen oberflächlich gelockert wurde, Mühe mit dem Wachsen hatten, der Wasserverlust war schnell zu gross.

Empfehlungen

Durch das höhere Aufnahmevermögen und dem ausgeglichen verlaufenden Temperaturhaushalt haben Direktsaat-Böden einen grösseren Wasservorrat. Dank den tieferen Temperaturen verdunstet davon auch weniger. Eine oben aufliegende Mulchschicht dient der Isolation, unterstützt die Wasserkapazität und erhöht so das pflanzenverfügbare  Nachlieferungsvermögen des Bodens. Es steht den Kulturen bei Mulchsaat/Direktsaat mehr Wasser zur Verfügung, weil der Boden weniger schnell austrocknet. Die Wasserführung ist verändert. Es wird vermutet, dass die Schmierschicht vom Pflug eine Rolle spielt. Daher braucht es auch ca. 5 Jahre Umstellung. Das Saatgut sollte bei zu erwartenden Trockenheitsperioden eher tiefer abgelegt werden.

 

 

Trockenheit in Zuckerrübenbestand

Trockenheit in Maisbestand

 

   SWISS NO-TILL,  28.02.2007