Direktsaat ABC - Tipps zu Direktsaat von Praktikern für Praktiker:

 

 

TRAGFÄHIGKEIT

Beobachtungen/Erfahrungen

  • Direktsaat-Böden sind praktisch immer befahrbar.

  • Tragfähigkeit ist eine Frage der Bodenstruktur und wird mit der Zeit immer besser.

  • Die Parzellen sind nach ein paar Jahren Direktsaat schön flach.

  • Wichtiger ist die Bodenbearbeitung vorher, der Bodenzustand vorher und wie tragfähig der Boden ist.

  • Dort, wo der Boden verdichtet ist, hat es oft die meisten Regenwurmlosungen, die Würmer können dort sehr gut graben, helfen auch beim Wiederinstandstellen des Bodens.

  • Die schwersten Maschinen sind der Rübenvollernter und der Mähdrescher.

  • Bei immer mehr Direktsäern fahren bei der Zuckerrübenernte keine 6-reihigen Maschinen auf die Parzellen, sondern nur 2-reihige.

  • Doppelräder sind nicht mehr so wichtig,  diese wurden vor der Umstellung viel eingesetzt. Sieht man vor allem auch beim Mähdrescher.

  • Die Kollegen verdichten, lockern, verdichten immer im Wechsel, und seit sie grössere Traktoren haben, verdichten und lockern sie einfach noch etwas tiefer. Und nasser Boden verschärft das Dilemma.

Empfehlungen

Die Böden verändern sich und werden tragfähiger. Sie trocknen gleichmässiger ab. Dies sollte aber nicht dazu verleiten, auch bei unpassenden Gelegenheiten in die Felder zu fahren. Nicht der Zeitpunkt, sondern die Bodenverhältnisse sollten darüber entscheiden. Beim Säen auf eine optimale Sälinie achten, um möglichst wenig über die gleiche Fläche zu fahren. Umgestellte Böden erlauben höhere Lasten, diese sollen aber nur mit Vorsicht ausgenutzt werden.  Neben Reifendruck, Reifengrösse und Aufbau sind auch Radlast und Achslast im Auge zu behalten. Bei 0.6 bis 1 Bar Reifeninnendruck und bis maximal 5 t Achslast ist das Risiko sehr klein.  Die erste Investition beim Umstellen auf reduzierte Bodenbearbeitung oder Direktsaat sollte in die Bereifung der Maschinen und Traktoren gehen. Lieber etwas zuwarten, als zu nass etwas erzwingen. Eine gelungene Frühjahrssaat ist besser als eine verpatzte späte Herbstsaat.

 

Rübenernte auf Direktsaatfeld

Bodendruckmessungen zeigen, Direktsaatböden sind tragfähiger

   SWISS NO-TILL,  28.02.2007