Direktsaat ABC - Tipps zu Direktsaat von Praktikern für Praktiker:

 

 

SCHNECKEN

Beobachtungen/Erfahrungen

Schnecken lieben alle Kulturen, Halm- sowie Hackfrüchte und sogar Kunstwiesen. Achtung! Oft sind sie dort, wo man sie nicht erwartet. Am liebsten leben sie in alten Rapsfeldern oder alten Wiesen. Oft wurde in Kulturen nach Raps ein erhöhter Befall festgestellt. Sie verstecken sich auch unter "Grasmutten" (=Grassoden). Hat es Schnecken im Boden, können sie die Keimlinge schon unter der Oberfläche abfressen. Kulturen, die "grün" durch den Winter gehen, haben mehr Schnecken. Das "Grün" liefert Isolation und Nahrung. Oft sieht man bei der Zuckerrübenernte Schneckeneier.

 

Massenhaftes Auftreten kommt nicht auf den Boden an, sondern vielmehr auf den Verlauf der Jahreswitterung, zum Beispiel gab es im Hitzesommer 2003 praktisch keine Schnecken, der Boden war zu trocken. Sind die Winter kalt und schneereich, wirkt sich das ungünstig auf die Schneckenpopulationen aus. Sie können dann aber im Frühling, vor allem an besonnten Lagen, verstärkt aktiv werden. 

 

Je weniger man den Boden bearbeitet, desto weniger stört man auch die Schnecken! Daher scheint es, dass es in Direktsaaten mehr Schnecken gibt als in Pflugparzellen. Die Schnecken verhalten sich wie die Regenwürmer: es gefällt ihnen, deshalb vermehren sie sich. Nur schaden sie halt.  

 

Alternativen zu Schneckenkörnern:

Das Ausbringen von Gülle zur Schneckenbekämpfung bringt nichts. 

Die Schnecken zu stören ist bei Direktsaat nicht gut möglich. 

Aggressives Striegeln nützt nur, wenn die Schnecken an der Oberfläche sind.

Verschiedene Landwirte haben mit 200 kg Kalkstickstoff eine positive Wirkung festgestellt (schädigt aber das Bodenleben!).

Empfehlungen

BEOBACHTEN: Kontrollieren der Schnecken durch Auslegen Ködern (Jutesäcke) und zwar vor und nach der Saat. Unbedingt Nachkontrollen machen.

 

Am besten sät man je nach Kultur zwischen 5 und 10 kg Schneckenkörner / Are.

Ausbringzeitpunkt: Im Sommer mit der Sämaschine zur Saat, im Herbst und Frühling, je nach Kultur, auch erst nach der Saat, weil sonst die Wirkung der Schneckenkörner bei der Keimung schon vorbei sein kann.

  • Raps: ca. 10 kg (in der Regel zur Saat, mit dem Saatgut mischen, evtl. zweite Gabe 5 Tage nach der Saat)

  • Wiesen und Getreide: 5-7 kg (7 bis 10 Tage nach der Saat)

  • Kartoffeln: 5 kg mit der zweiten oder dritten Fungizidbehandlung

  • Zuckerrüben und Mais: bis zweimal streuen

  • Für "Rettungsaktionen" bis 10 kg Schneckenkörner streuen.

Sieht man bei der Ernte einer Kultur Schneckeneier (z. B. bei Zuckerrüben), so sollen diese schon zu diesem Zeitpunkt bekämpft werden.

Leider gibt es noch kein Schneckenwarnprognosesystem.

 

Wer Lohnarbeiten macht und daher die Felder nicht täglich kontrollieren kann, soll unbedingt Schneckenkörner zur Saat ausbringen und die Kunden auf die Kontrollen hinweisen.

 

Mögliche Alternativen zu Schneckenkörner: 

Flache Stoppelbearbeitung bei warmem Wetter --> bringt die Schneckeneier an die Oberfläche, diese vertrocknen.

Leichte Bodenbearbeitung 1 Tag vor der Saat mit Striegel oder Federzahnegge --> stört die Schnecken.

 

   SWISS NO-TILL,  28.02.2007