Direktsaat ABC - Tipps zu Direktsaat von Praktikern für Praktiker:

 

 

RAPS

Beobachtungen/Erfahrungen

  • Raps ist auf Direktsaatflächen eine verhältnismässig problemlose Kultur.

  • Raps ist eine sehr wertvolle Kultur:
    - hoher Marktwert
    - tiefes und starkes Wurzelwerk
    - lockert die Fruchtfolge auf
    - kann relativ früh bei meist trockenen Bodenverhältnissen geerntet werden.  

  • Schlüsselfaktor für einen erfolgreichen Rapsanbau ist die Kontrolle der Schnecken! Die Schnecken sind oft aktiv, wenn man sie noch gar nicht sieht und fressen die Keimlinge.  

  • Raps stellt hohe Ansprüche an die Bodenstruktur und erträgt keine Verdichtungen.  

  • Raps schränkt die Wahl der Zwischenfrüchte ein (keine Kreuzblütler wegen Krankheitsübertragungen).  

  • Herbizidspritzungen vor oder unmittelbar nach der Saat wirken nur unbefriedigend, da zuviel organisches Pflanzenmaterial auf der Bodenoberfläche liegt. Oft genügt eine Behandlung mit einem Gräsermittel.  

  • Raps entwickelt sich bei dichter Strohauflage verzögert.  

  • Die heikelste Entwicklungsphase des Rapses ist das frühe Jugendstadium. Bis Ende September sollten regelmässige Rapsbestände sichtbar sein, die Pflanzenhöhe ist dabei nicht so wichtig.

 

Empfehlungen

Saat:

Raps nicht zu dicht säen, 80 Körner/m2 sind meistens zuviel, besser sind 45-60 Körner/m2.

Spätsaaten werden nicht empfohlen - im Gegenteil!

 

Pflanzenschutz:

Vorzugsweise entweder Nachauflaufbehandlungen oder späte Vorauflaufspritzungen mit maximal tolerierbarem Zeitabstand zur Saat (z.B. 10-14 Tage für Devrinol Top), damit möglichst viel organische Masse abgebaut ist.

Möglichst frühe Schneckenkorngaben (zur Saat oder unmittelbar danach) lohnen sich in den meisten Fällen.

 

Düngung:

Düngergaben bereits im Herbst sind relativ verbreitet.

 

Dem Strohmanagement ist besondere Aufmerksamkeit zu schenken: Stroh wenn möglich abführen oder gleichmässig verteilen. Strohräumer bei der Saatgutablage sind von Vorteil. Strohhaufen und Matratzen vermeiden.  

 

Direkt gesäter Raps, auf einem Feld im Kanton Bern (CH) Sommer 2006

   SWISS NO-TILL,  08.03.2007