Direktsaat ABC - Tipps zu Direktsaat von Praktikern für Praktiker:

 

 

MAIS (KÖRNERMAIS / SILOMAIS)

Beobachtungen/Erfahrungen

Mais eignet sich gut für Direktsaat oder auch für konservierende Bodenbearbeitung. Mit der Direktsaat lassen sich Arbeitsspitzen brechen.

Mais ist arbeitsextensiv, verursacht jedoch viele Fremdkosten, wenn alle Arbeiten vom Lohnunternehmer ausgeführt werden. Daher ist ein guter Ertrag unabdingbar. 

Direktsaat-Mais startet im Vergleich zu Pflug-Mais eher verhalten, macht aber den langsamen Start im Frühling mehr als wett. Sehr wichtig ist eine Startdüngung mit leicht löslichem Phosphor.

Ammonsalpeter zur Saat ist nicht ideal. Ammon steht der Pflanze sofort zur Verfügung, der Mais braucht jedoch in den ersten Wochen keinen Dünger. Zur Saat eignet sich daher besser Harnstoff  oder ein spezieller No-Till-Maisdünger.

Egal welche Sorte, es werden nur 9 Körner/m2 gesät. Denn bei zu dichten Beständen vermindert sich Kolbenertrag. Daher darf man den möglichen Ertrag nicht optisch anhand des Pflanzenbestandes auf den Feld abschätzen, bei Mais zählen Trockensubstanz und Gewicht. Vorsicht ist daher bei Sortenversuchen, die schön präsentieren, geboten! Direktsaat-Mais wird nicht so hoch wie Pflug-Mais!

Frühe Sorten mit einer raschen Jugendentwicklung räumen das Feld früh und erlauben eine frühe und einfache Saat der Folgekultur. Tendenziell ist Direktsaat-Mais etwas früher reif. 

Dank Direktsaat sind die Felder bei der Ernte sehr tragfähig.

Mais steht in der Fruchtfolge oft nach Zwischenfutter/Gründüngung und vor Weizen (--> Fusarien!) oder anderem Getreide. 

Bei Direktsaat werden weniger Fusskrankheiten beobachtet.

Mais ist ein guter Hofdüngerverwerter. 

 

 

Nachteile:

Mais erträgt Bodenverdichtungen schlecht.

Mais, vor allem Körnermais, kann Fusarien übertragen. Es ist noch nichts bekannt über die Fusarienanfälligkeit der Maissorten. Die Forschung ist gefordert.

 

Empfehlungen

Sorten:

Sorten mit guter Jugendentwicklung wählen. So erfolgt auch die Abreife früh. Bewährt hat sich "Birko".

 

Saat:

Vor der Maissaat muss das Feld "sauber" sein, Abspritzen mit einem nicht-selektiven Herbizid ist nötig. Mais liebt die Konkurrenz nicht.

Saatzeitpunkt um den 1. Mai, je nach Wetterbedingungen. Nur bei guten Bedingungen säen, nicht in nasse Böden säen.

Nicht zu tief säen, Korn soll in die warmen Bodenschichten gelangen.

Auf Ablagegenauigkeit achten, nicht mehr als 9 Körner/m2 säen.

Breitsaaten sind auch möglich.

Schneckenkörner mitstreuen. Offene Säschlitze sind Autobahnen für Schnecken!

 

Pflanzenschutz:

Schnecken und Krähen im Auge behalten.

Wegen dem vielen organischen Material auf dem Boden ist der Einsatz einer Kombination von Bodenherbizid und Kontaktherbizid angezeigt.

Nachbaubeschränkungen bei Bodenherbiziden beachten, zum Beispiel, wenn auf Mais Erbsen folgen.

 

Düngung:

Startdüngung zur Saat mit leicht löslichem Phosphor (No-Till-Food von Landor).

Zweite Gabe möglichst spät verabreichen (Fahren durch den Mais noch knapp möglich), zum Beispiel mit Harnstoff.

 

 

 

Maisdirektsaat in einen blühenden Rübsenbestand

Maisbestand wenige Wochen nach der Saat

   SWISS NO-TILL,  08.03.2007