Direktsaat ABC - Tipps zu Direktsaat von Praktikern für Praktiker:

 

 

GLYPHOSAT

Beobachtungen/Erfahrungen

Der Einsatz von Glyphosat auf Direktsaatfeldern ist unmittelbar sichtbar, im Gegensatz zu Pflugbetrieben, wo nach einem (relativ verbreiteten) Einsatz von Glyphosat die Spuren durch die Bodenbearbeitung verwischt werden.

Im Moment wird auch bei Direktsaat häufig Glyphosat eingesetzt.

Oberstes Gebot ist der gezielte Einsatz!

Glyphosat ist ein wertvolles Hilfsmittel zur Kontrolle der Unkräuter. Damit lassen sich einige Probleme lösen.

Der Einsatz von Glyphosat vor der Saat ist Teil der Unkrautbekämpfung und kann einzelne Spritzungen in den Kulturen ersetzen, nicht aber die Unkrautbekämpfung generell.  

Wiederholter Einsatz von Glyphosat begünstigt die Bildung von Resistenzen und soll daher vermieden werden. Alternativen sind anzustreben (z.B. Nachauflaufherbizid, Fruchtfolgegestaltung). 

Empfehlungen

Aufwandmenge (Glyphosatprodukte mit 360 g/l a.i.):

  • Gegen Ausfallgetreide und Gräser: 1-2 l/ha

  • Gegen normale Verunkrautung: 3-5 l/ha

  • Gegen Quecken: > 5 l/ha

  • Gegen Winden und andere Wurzelunkräuter: > 5 l/ha, evtl. Wuchsstoffe beimischen

 

Wassermenge:

-    Möglichst wenig Wasser = möglichst hoch konzentrierte Spritzbrühe: 200 l/ha, besser weniger.

-    Regelmässig Benetzung ist wichtig, deshalb werden an niedrige Aufwandmenge angepasste Düsen benötigt.

 

Spritzzeitpunkt:

-    Am Morgen in abtrocknendes Tau, am Abend.

-    Nur gut entwickelte Pflanzenbestände (Blattmasse) spritzen.

 

Additive:

-    Evtl. Ammonsulfat bei hohem Kalkgehalt des Wassers.

 

Massnahmen zur Reduktion oder zu vollständigem Verzicht von Glyphosat:

-   Fruchtfolge (zwischen Zuckerrüben und Winterweizen und Körnermais und Winterweizen oft nicht notwendig)

-   Wassermenge reduzieren (100 l/ha)

-    Ideen aus Südamerika: Mit dichten Gründüngungen den Boden decken, Pflanzenbestände vor oder nach der Saat mulchen/quetschen (dieser Ansatz befindet sich bei uns im Experimentier-Stadium).

 

Weiterführende Informationen  Weiterführende Informationen (nur in englischer Sprache)

 

Das  Direktsaatsystem bewirkt insbesondere anfangs eine Verschiebung der Unkräuter: weniger einjährige, zunehmend mehrjährige Wurzelunkräuter.

 

 

   SWISS NO-TILL,  23.03.2007