Direktsaat ABC - Tipps zu Direktsaat von Praktikern für Praktiker:

 

 

GERSTE

Beobachtungen/Erfahrungen

Gerste ist eine gute Direktsaatkultur und lockert die Fruchtfolge auf.

Visuelle Vergleiche mit konventioneller Geste sind oft nicht möglich, beides sieht in der Regel gut aus. Direktsaatgerste drischt oft mehr als konventionelle Gerste. Erträge von 50 bis 60 kg /a sind normal.

Direktsaatgerste kann später abreifen.

Bei Gerste nach Weizen kann bei der Saatgutproduktion der Durchwuchsweizen ein Problem sein. 

Gerste ist ein sehr guter Zeiger für Bodenprobleme. Gelbe Gerstenpflänzchen in der Jugendentwicklung kann folgende Ursachen haben:

- Verdichtungen von Fahrspuren

- zu wenig Sauerstoff im Boden --> dies wirkt sich negativ auf die Stickstoffzufuhr aus.

Gelbe Gerste sieht im Frühjahr oft schlimm aus, aber verwächst sich relativ schnell.

Empfehlungen

Saat:

Die Gerste kann bis 14 Tage vor dem normalen Termin gesät werden, eher tief, 3-4 cm. Saatmenge normal bis leicht reduziert, vor allem bei früher Saat. 

Bei zu früher Saat besteht jedoch die Gefahr, dass die Gerste zu dick in den Winter geht. Saattermin: 10.bis 20. September. Saaten bis zum 20. Oktober sind möglich.

 

Pflanzenschutz:

Unkrautbekämpfung im Herbst erledigen (z.B. mit Isoproturon). Nachher ist kein Pflanzenschutz mehr nötig. 

 

Düngung:

Gerste reagiert sehr gut auf Startdünger im Herbst (10-20kg N/ha).

Mist im Herbst zur Saat ist auch möglich, aber Vorsicht mit Mist, schlecht verteilter Mist kann das Auflaufen verhindern.

Möglichst früh düngen, ideal ist Gülle in der ersten Hälfte Februar (wenn vom Wetter her möglich). 

Wintergerste, gesät am 15.9.05, Sorte Merlot, Vorkultur Silomais

(Oberacker, Rütti, Zollikofen, Bild vom 28.4.06)

Wintergerste, gesät am 15.9.05, Sorte Merlot, Vorkultur Silomais

(Oberacker, Rütti, Zollikofen, Bild vom 30.6.06)

   SWISS NO-TILL,  23.03.2007